Auel, Jean M. – Ayla und der Clan des Bären (1)

Handlung:

Als die Erde bebt, wird das Mädchen Ayla von ihrem Clan getrennt und irrt alleine umher, bis sie auf die Erdlinge trifft, den Clan des Bären.

Die Medizinfrau Iza und ihr Bruder Creb, der Mog-ur, der mächtigste Medizinmann den es je gab, hegen sofort tiefe Zuneigung zu Ayla und nehmen das ihnen fremde Kind in den Clan auf.

Ayla muss schnell lernen, dass Frauen im Clan den Männern Untertan sind und weder jagen, noch Entscheidungen treffen können. Sie tut sich schwer damit eine Clan-Frau zu werden, legt ihr Broud, der Sohn des Clan-Anführers Brun, doch immer wieder Steine in den Weg.

Iza beschließt Ayla zur Medizinfrau heranzuziehen, damit sie es später im Leben leichter haben wird. Doch genügt das heilende Wissen, um das Mädchen, dass die Götter lieben, vor dem Zorn des zukünftigen Clan-Anführers zu retten?

Meine Meinung:

„Ayla und der Clan des Bären“ ist der Auftakt der „Kinder der Erde“-Reihe von Jean M. Auel. Die Autorin schafft es, uns mit warmherzigen Charakteren, spannenden Begebenheiten und eindrucksvollen Naturbeschreibungen die Welt von Ayla, die Steinzeit, näher zu bringen.

Ayla ist nicht so wie die Erdlinge, die sie aufnehmen und großziehen. Sie geht aufrecht, hat blonde Haare und blaue Augen und ist größer als der größte Mann im Clan. Sie hält nichts davon sich zu unterwerfen und kann es nicht verstehen, dass Frauen nicht jagen dürfen.

In dem Zauberer und der Medizinfrau des Clans findet sie bald eine Familie, die sie nie mehr missen möchte. Als dann nach und nach die anderen Stammmitglieder beginnen, sie zu akzeptieren und teilweise sogar gern zu haben, könnte es nicht besser laufen für sie. Die Götter lieben sie, ihr Totem ist eines der stärksten die es gibt und sie bringt dem Clan Glück. Leider gab es auch schon in der Steinzeit Neider, die anderen das Glück nicht gönnten und sie ausgrenzen wollten. Broud ist von Anfang an eifersüchtig auf Ayla, die doch nur eine Frau ist, und trotzdem in wichtigen Momenten mehr Aufmerksamkeit bekommt als er.

Für mich war es sehr spannend mitzuverfolgen, wie die Erdlinge leben und sich weiterentwickeln. Ihnen ist das Wissen um die Vergangenheit geschenkt und sie können es mit Hilfe des Mog-urs wachrufen und die Anfänge ihrer Zeit beobachten. Auch die Medizinfrauen genießen hohe Achtung, können sie nicht nur Kranke heilen und bei der Geburt helfen, nein, sie können zudem auch Geburten abbrechen und sogar verhindern.

Es wurde gejagt und gesammelt, Fleisch und Früchte wurden haltbar gemacht und mittels Zeichensprache konnten die Erdlinge sich untereinander verständigen.

Jean M Auel hat mit diesem Buch den Anfang eines tollen Zyklus geschaffen und ich freue mich sehr darauf, weiter mit Ayla auf die Reise zu gehen und im Roman „Ayla und das Tal der Pfere“ mit ihr weitere Abenteuer erleben zu dürfen.

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Fritz, Astrid – Das Mädchen und die Herzogin

mädchen und die herzoginHandlung:

Die bairische Fürstentochter Sabina wird gegen ihren Willen mit dem Herzog Ulrich von Wirtemberg verheiratet. Von Anfang an steht die Ehe der beiden unter keinem guten Stern.

Ulrich hat kein großes Interesse an seiner Frau, ist er doch in eine andere verliebt. Hinzu kommen seine Eifersuchtsanfälle, seine Trinksucht und seine hohe Gewaltbereitschaft.

Als Ulrich Sabina der Untreue bezichtigt und seinen besten Freund ermordet, beschließt die Herzogin zu fliehen. Ulrich nimmt daran keinen Anstoß und hält sich fortan das Bauernmädchen Marie als gefangene Geliebte.

Die Lage im Land spitzt sich zu. Wird Ulrich am Ende beide Frauen ins ewige Unglück stürzen?

Meine Meinung:

„Das Mädchen und die Herzogin“ war der erste historische Roman, den ich mit Begeisterung in wenigen Tagen verschlungen habe.

Sabina aus Baiern hat wirklich gelebt, genauso wie Ulrich von Wirtemberg, dessen Geliebte Ursula und Sabinas engster Vertrauter und Freund, Ritter Dietrich Speth. Nur das Bauernmädchen Marie und ihr Verlobter Vitus sind erfundene Charaktere, um glaubhaft darzustellen, wie das arme Volk im 16. Jahrhundert gelebt und gelitten hat.

Frauen hatten weder am Hofe noch im Dorf etwas zu sagen. Sie waren dem Mann Untertan, der alle Rechte genoss. Untreue in einer Ehe konnte nur der Frau vorgeworfen werden, denn wenn ein Mann fremdging, brach er damit nicht die eigene Ehe, sondern die Ehe der anderen Frau (die damit ihre eigene Ehe brach). Somit konnte sich der Mann alle Freiheiten herausnehmen, die er haben wollte.

Astrid Fritz hat es geschafft, die Schicksale von Sabine und Marie miteinander zu verweben und erzählt mitreißend von dem Leben der beiden Frauen, die lange unter Ulrich zu leiden hatten. Die Autorin bedient sich in diesem Roman der alten Sprache und Gepflogenheiten – so erhält der Roman in meinen Augen eine große Glaubwürdigkeit.

Auf 500 Seiten fiebert man mit dem Mädchen und der Herzogin mit, wünscht ihnen nur das Beste und hat zwischendurch immer wieder mit der Angst zu kämpfen, dass die Geschichte für eine der beiden schlecht ausgehen wird.

Ein kurzer Nachtrag der Autorin schildert, wie es Herzogin Sabina von Wirtemberg bis zu ihrem Lebensende erging und lässt den Leser somit nicht im Unklaren, wie es der sympathischen Herrscherin nach ihrer grauenvollen Ehe mit Ulrich erging.

„Das Mädchen und die Herzogin“ ist ein Roman, den man nicht so schnell aus der Hand legen kann, der einen zum nachdenken bringt und hoffentlich positiv in Erinnerung bleibt.

Gracie, Anne – Die Tudors (1)

Handlung:

Heinrich VIII, genannt Henry, ist der König von England, Irland und Frankreich.

Er hat alles, was ein Mann sich wünschen kann, doch er ist nicht zufrieden.

Er wünscht sich nicht sehnlicher als einen Sohn, aber seine Frau, Katharina von Aragon, kann ihm diesen Herzenswunsch nicht erfüllen.

So wendet sich Henry anderen Frauen zu – bis er Lady Anne Boleyn kennenlernt und sich unsterblich in sie verliebt.

Während er um ihre Gunst kämpft, werden Verträge mit Frankreich und Spanien abgeschlossen und wieder gebrochen, Henries Schwester wird die Frau vom König von Portugal und Lordkanzler Wolsey unternimmt alles in seiner Macht stehende, um endlich Papst zu werden.

Die Lage spitzt sich zu. Wird König Henry bekommen, nach was er sich so sehnt oder ist das Ende der mächtigen Tudors gekommen?

Meine Meinung:

„Die Tudors“ von Anne Gracie ist kein historischer Roman, sondern das Buch zur gleichlautenden Fernsehserie. Dementsprechend darf man hier keine gut recherchierten Fakten oder Erklärungen erwarten.

Der Roman ist in einfachen Sätzen geschrieben und erzählt kapitelweise und ohne etwas auszulassen, was in der Fernsehserie passiert.

Dennoch ist die Geschichte von Henry und seinen Frauen spannend zu lesen, manchmal erschreckend, manchmal belustigend.

Ein Mann, der alles hat, kann unmöglich glücklich sein. Stets strebt er nach mehr, dem unmöglichen und unerreichbaren. Und das findet er in Lady Anne, die nicht nur wunderschön, sondern auch klug ist. Anfangs ist sie der Spielball ihrer Familie, nach und nach verliebt sie sich in den König und freundet sich mit der Vorstellung grenzenloser Macht an. Es ist schön mitzuerleben, wie die beiden zueinanderfinden und nur wer weiß, wie die Geschichte der beiden in Wirklichkeit ausgegangen ist, kann sich nicht über ihr gemeinsames (kurzes) Glück freuen.

„Die Tudors“ ist ein unterhaltsamer Roman für zwischendurch, sollte aber auf keinen Fall mit einem historischen Roman oder Sachbuch verglichen werden oder als Ersatz dafür dienen.